Der Hubenbauer:
Sein Ursprung - seine Geschichte
„Ein Turm bei der St. Georgenkirche in Vahrn“ bestand schon um 1197, war bis gegen Ende des 14. Jhs. Im Besitz der Familie Heuss, darum auch „Heussenhube“ genannt. Das dicke Mauerwerk des romanischen Turmes ist im Kellergeschoß großteils erhalten; Stichkappengewölbe, Treppenrampe und –Stufen sowie Keller (Jetzt Heizraum) wurden im 14. Jht. ausgebaut, als im Stil der Gotik im Osten zwei Keller mit Tramdecken vorgesetzt wurden (heute Küche, Gang, Gästestube); das Obergeschoß über Turm und Vorbau war teils gezimmert.
Der Hof war meist in adeligem Besitz; der Pallauser, der Öder (+1488), der von Köstlan, die 1547 – wie an Vahrner Edelsitzen üblich – im Renaissancestil die Fassadentreppe mit Loggia errichtet haben. Spuren von Erker- und Innenräumegestaltung sind noch wahrnehmbar.
Als Besitzer folgen um 1600 die Anreiter, um 1649 die Goreth von Seeburg, die um 1659 den zweiten Stock aufgesetzt und den ganzen Edelsitz barockisiert haben, einschließlich des Dachstuhls. Als Besitzer folgten um 1670 die Peintner Besitzer des Gasthofes „Goldener Adler“. Erhalten ist eine Ofenkachel mit seinem Wappen (Springender Hirsch und der Jahreszahl 1692), 1675 die Baumgartner.
Im Kriegsjahr 1809, als in Vahrn 30 Höfe eingeäschert wurden, blieb der Hubenbauerhof erhalten. Im Jahre 1834 wurde für Vahrn ein „Schulgehilfe“ (Hilfslehrer) gesucht, der auch Messner- und Orgnistendienst übernehmen musste. Unter fünf Bewerbern war auch Urban Stolz aus Meransen, der, obwohl er die Lehrstelle nicht zugewiesen bekam, doch 1849 nach Vahrn übersiedelte und den Hubenbauer- Hof kaufte. Ihm folgten als Hofbesitzer Andrä Stolz (+1916), Johann Stolz (+1938), Johann Stolz (+1976) und Erich Stolz.
Verfasser DDr. Wolfsgruber u. Dr. Parschalk Dez. 2003